Anna Axtner-Borsutzky

Anna Axtner-Borsutzky

Promotionsstipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung, Lehrbeauftragte an der Ludwig-Maximilians-Universität München
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Werdegang

Anna Axtner-Borsutzky, geb. 1992, studierte von 2011 bis 2017 Deutsche, Mittellateinische und Klassische Philologie auf Lehramt an der LMU München und schloss mit dem Staatsexamen ab. Darauf folgte 2018 ein M.A. in Germanistischer Mediävistik und Geschichte. Seitdem promoviert sie am Lehrstuhl von Prof. Friedrich Vollhardt zum autobiographischen Manuskript von Walter Müller-Seidel (19182010), das seit 2014 im DLA Marbach verwahrt wird. Die Aufenthalte dort wurden durch das C.H. Beck-Stipendium und das Marbacher Stipendium ermöglicht.

Frau Axtner-Borsutzky ist Promotionsstipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung und wird vom Karriereförderprogramm des Cusanuswerks (Talente sichern – Zukunft gestalten) unterstützt. Sie ist assoziierte Doktorandin im SFB 1369 Vigilanzkulturen. Transformationen – Räume – Techniken  (Teilprojekt A01 Prof. Michael Waltenberger/Dr. Carolin Struwe-Rohr: Diabolische Vigilanz. Internalisierte Wachsamkeit und soziale Kontrolle in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Teufelserzählungen). Im Sommersemester 2020 lehrt sie am Zentrum für Buchwissenschaft (Prof. Dr. Christine Haug) ein Proseminar mit dem Titel ‚Nachlassbewusstsein‘ – Theorie und Praxis im Archiv anhand des Nachlasses der IJB-Gründerin Jella Lepman (1891–1970).

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Forschungsschwerpunkte

  • Autobiographik
  • Editionswissenschaften
  • Geschichte & Gedächtnis
  • Intellektuelle Konstellationen im Nachkriegsdeutschland
  • Praxeologie der Geisteswissenschaften
  • Wissenschaftsgeschichte der Literaturwissenschaft

Promotionsprojekt

Wissenschaftsgeschichtliche Fragmente. Edition und Studien zum autobiographischen Manuskript von Walter Müller-Seidel (1918–2010).

Walter Müller-Seidel arbeitete nach eigenen Angaben an einer ‚Wissenschaftsgeschichte aus autobiographischer Sicht‘, die er jedoch nicht mehr beenden konnte. Diese im Nachlass zu finden, wäre „ein Glücksfall für die Germanistik und ihre Wissenschaftsgeschichte“, wie Helmut Pfotenhauer den Nachruf auf Walter Müller-Seidel schloss. Dieser Glücksfall ist eingetreten – das autobiographische Manuskript konnte von Frau Axtner-Borsutzky im Nachlass, der seit einigen Jahren im Deutschen Literaturarchiv verwahrt wird, mit Materialsammlungen gefunden und bereits ediert werden. Darauf aufbauend erfolgen Studien, die sich in wissenschaftsgeschichtlicher, gattungstheoretischer und narratologischer Hinsicht mit dem Manuskript befassen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Institutionen Schule und Universität, die Walter Müller-Seidel in den Regierungssystemen der Weimarer Republik, der nationalsozialistischen Diktatur und im geteilten Deutschland besuchte und später auch selbst gestaltete. Dabei gilt es, sein Autobiographik- und Wissenschaftsverständnis zu historisieren und perspektivieren, nannte er doch sein autobiographisches Manuskript ‚Gegengewichte. Autobiographik und Wissenschaft‘.,

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Publikationen

„Wegbereiter und Wegweiser“. (Hoch-)Schullehrerfiguren in autobiographischen Gelehrten-Erinnerungen um die Jahrtausendwende, in: Frieder von Ammon/Michael Waltenberger (Hgg.): Lehrerfiguren in der deutschen Literatur. Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf Szenarien personaler Didaxe vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Berlin 2020 (Mikrokosmos 85), S. 368–384.

Walter Müller-Seidel als Autobiograph, in: Offener Horizont 5 (2018). Jahrbuch der Karl-Jaspers-Gesellschaft. Göttingen 2019, S. 287–303. [Mit Edition und Kommentar Walter Müller-Seidel: Wandlung und Gedächtnis. Ein autobiographisches Fragment].

[Edition] Walter Müller-Seidel: Euthanasie im nationalsozialistischen Staat. Hellmuth Ungers Roman „Sendung und Gewissen“ und der Film „Ich klage an.“, in: Thomas Anz (Hg.): Walter Müller-Seidel: Literatur und Medizin in Deutschland. Zur Geschichte des humanen Denkens im wissenschaftlichen Zeitalter (1795–1945). Marburg/Lahn 2019 [liegt beim Herausgeber].

 
 
 

Rezensionen

Matthias Löwe/Georg Streim (Hgg.), ‚Humanismus‘ in der Krise. Debatten und Diskurse zwischen Weimarer Republik und geteiltem Deutschland. (Klassik und Moderne. Schriftenreihe der Klassik Stiftung Weimar 7) De Gruyter, Berlin – Boston 2017, in: Arbitrium 38 (2020), S. 239–243.

Frank Estelmann/Bernd Zegowitz (Hgg.), Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main 1914–1945. (Schriftenreihe des Frankfurter Universitätsarchivs 7) Wallstein, Göttingen 2017, in: Arbitrium 38 (2020), S. 6–10.

Wolfgang Braungart/Helen Köhler (Hgg.): Subjekt und Subjektivität. 1800 | 1900. München 2015, in: Arbitrium 37 (2019), S. 369–371.

 
 
 

Vorträge

Literatur im Spannungsfeld von Medizin, Recht und Politik, in der Sektion Sprache, Literatur, Wissen(schaft). XIV. Kongress der Internationalen Germanistik Palermo (26. Juli–02. August 2020: verschoben auf 2021.)

Grenzen des Gedächtnisses – Spielräume des Erinnerns anhand ausgewählter Gelehrtenautobiographien um die Jahrtausendwende, in der Sektion Geschichte(n) erinnern – Memory Boom und Störungen der Erinnerung. XIV. Kongress der Internationalen Germanistik Palermo (26. Juli–02. August 2020: verschoben auf 2021.)

„Good books serve the promotion of international understanding and peace“ – Die Gründung des International Board on Books for young people (1952). Tagung Jella Lepman: Journalistin, Autorin, Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek (verschoben auf 15./16. Oktober 2021, Bayerische Staatsbibliothek und Internationale Jugendbibliothek München).

Ein Schwarm von Texten – Gerhard Neumanns Selbstversuch: Selbstreflexion im Spannungsfeld von Zeitzeuge, Literaturwissenschaftler und Autor. Interdisziplinäre Tagung: Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen (26.02–28.02.2020 Gießen).

„Jede Wissenschaft wird Humanwissenschaft sein, oder sie wird nicht sein.“ Walter Müller-Seidels Wissenschaftsverständnis. Workshop ‚Personae, rather than Persons?’ Wissenschafts- und Fachgeschichte zwischen Personen-, Institutionen- und Praxisgeschichte am Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln (18./19. November 2019).

Subjektive Literaturgeschichtsschreibung – Gelehrtenautobiographien um die Jahrtausendwende. Workshop ‚Epoche machen‘. Literarische Reflexion und literarhistorische Dynamisierung beim Germanistentag in Saarbrücken (22.–25. September 2019).

Autobiographie als Wissenschaftsgeschichte. ‚Die gegenwärtige Situation der Germanistik und ihre Vorgeschichte seit 1945‘ – Gedenkveranstaltung zu Walter Müller-Seidels 100. Geburtstag in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Walter Müller-Seidels Autobiographieprojekt. Walter Müller-Seidels Forschungsprogramm im Spektrum der Fachgeschichte der Germanistik 1950–2010‘ – Workshop und Tagung zum Geburtstag von Walter Müller-Seidel am Deutschen Literaturarchiv Marbach.

 

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